KOMPLEXE EINFACHHEIT

Eine kleine individuelle Kollektion von zueinander passenden Modellen planen, entwerfen und von Hand nähen.

 

Wie kommt jemand auf die Idee, Kleider von Hand zu nähen, wo doch an jeder Ecke ein neues Kleidergeschäft eröffnet wird, und sich unsere Kleiderschränke kaum mehr schliessen lassen vor lauter «Klamotten» und überhaupt, woher die Zeit nehmen? Wir haben ja alle so viel zu tun!

 

Es gab einmal eine Zeit, in der Kleider kostbar waren. Es ist gar nicht so lange her! Unter kostbar war nicht (nur) der Preis gemeint, sondern vor allem der Stellenwert der Kleidung in unserem Werte-System. Wir waren stolz auf unsere Kleidung, unsere zweite Haut, und wir waren stolz auf die weiblichen Kulturtechniken Stricken, Häkeln, Sticken, Nähen etc., die uns eine wunderbare Garderobe ermöglichten. Wenn man das französische Wort genau analysiert, bezeichnet der Begriff Garderobe einerseits die gesamte Bekleidung einer Person. Die Garderobe ist aber auch ein Möbelstück, in welchem die Kleider geschützt (auf)bewahrt werden, weil es eben einen Wert hat und es auch der Wert ist, sie gut zu pflegen, damit das Tragen unserer Lieblingsgarderobe lange Zeit Freude macht.

 

Das Nähen von Hand macht mich ruhig und zufrieden, wirkt entschleunigend und fördert die Konzentration und das Fokussieren. Es braucht keinen Strom, nur Nadel, Faden und Schere; ich kann meine Näharbeit überallhin mitnehmen und überall daran arbeiten! Und es entstehen dabei Unikate nach individuellem Mass, nach eigenem Stil, aus ausgesuchten, hochwertigen Materialien, Modelle von komplexer Einfachheit, die nicht modisch, sondern zeitlos modern sind.

 

Von Hand genäht und mit Stolz, Respekt und Freude zu tragen!

Weibliches Idol. Kykladenkultur.
2. Hälfte des 3. Jahrtausend v.Chr.
Antikenmuseum Basel